Impact Investing für Stiftungen

Von Impact Immobilien am August 10, 2021
"Ein Impact Investment ist eine Investition, die neben einer finanziellen Rendite auch eine messbare, positive Auswirkung auf die Gesellschaft und die Umwelt erzielt."
 

Siegfried Breitling

Dr. iur. Siegfried Breitling, Präsident der Jacques und Gloria Gossweiler Stiftung

 

 

Im Interview erklären Dr. iur. Siegfried Breitling, Präsident der Jacques und Gloria Gossweiler Stiftung,
und Marc Baumann, VR-Präsident der Impact Immobilien AG, weshalb Impact Investitionen besonders für
gemeinnützige Stiftungen sinnvoll sind und welche Ziele damit erreicht werden.

 

Was sind die Ziele der Jacques und Gloria Gossweiler
Stiftung?

Siegfried Breitling: Die Jacques und Gloria Gossweiler Stiftung ist eine gemeinnützige Vergabestiftung. Sie
fördert auf medizinischem Gebiet Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung sowie ein auf nachhaltige Entwicklung ausgerichtetes Unternehmertum. Wir haben die Stiftungstätigkeit nach den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen ausgerichtet.

Was hat Ihre Stiftung dazu bewogen, sich als Gründungsaktionärin bei der Impact Immobilien AG
zu engagieren?

Siegfried Breitling: Die Impact Immobilien AG passt sehr gut zu dieser Ausrichtung. Sie überzeugt durch
ein innovatives Konzept und eine erfolgversprechende Strategie in einem Nischenmarkt. Immobilien für soziale Institutionen und für benachteiligte Menschen haben einen nachvollziehbaren sozialen Nutzen und
sie gewähren langfristige und stabile Erträge. Sie sind deshalb ein gutes Beispiel für sogenannte Mission
Related Investments.

 

Marc Baumann VR-Präsident Impact Immobilien AG

Marc Baumann, VR-Präsident der Impact Immobilien AG

 

 

Können Sie den Begriff «Mission Related Investments» erläutern?

Marc Baumann: Mission Related Investments sind Anlagen, die sich mit dem Zweck und den Werten einer
gemeinnützigen Stiftung vereinbaren lassen. Das kann beispielsweise bedeuten, dass man Ausschluss-kriterien für Anlagen festlegt und so sicherstellt, dass diese dem gemeinnützigen Zweck nicht zuwiderlaufen. Eine Organisation, die sich für Suchtprävention engagiert, vermeidet zum Beispiel Anlagen, die Suchtverhalten fördern können. Darüber hinaus kann eine gemeinnützige Organisation auch versuchen, mit Impact Anlagen bestimmte Ziele aktiv zu fördern. Die Impact Immobilien AG ist ein gutes Beispiel für eine aktive Förderung von sozialen Zielen.

Wie können soziale Ziele mit Investitionen wie in die
Impact Immobilien AG aktiv gefördert werden?

Siegfried Breitling: Die Impact Immobilien AG setzt die sozialen Ziele unseres Erachtens sehr zielgerichtet um. Sie misst die soziale Nutzung der Immobilien mit einer eigenen innovativen Methode und kommuniziert die sozialen Aspekte gut nach aussen. Der soziale Nutzen ergibt sich bei der Impact Immobilien AG unmittelbar aus der Nutzung der Gebäude. Diese dienen sozialen Institutionen als Betriebsgebäude oder gewähren sozial schwächeren Menschen bezahlbaren Wohnraum. Uns gefällt zudem die Nähe der Anlagen. Die Generalversammlungen der Impact Immobilien AG finden meist bei einer sozialen Institution statt, die Mieterin der Impact Immobilien AG ist. Dadurch erhält man einen Einblick in die Tätigkeiten dieser sozialen Institution. So waren etwa die Besuche von Wohnheimen für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen oder für Menschen mit psychischen oder physischen Einschränkungen sehr beeindruckend und haben einen Einblick in eine herausfordernde Arbeit gegeben.

Können Sie etwas zu den finanziellen Aspekten von
Impact Investitionen sagen?

Marc Baumann: Finanziell steht für gemeinnützige Vergabestiftungen eine stabile Ausschüttungsrendite
im Vordergrund. Die Ausschüttungsrendite der Impact Immobilien AG beträgt gegen 3% pro Jahr. Die Aufwertungsgewinne, die zu diesen Erträgen hinzukommen, sind für uns zwar willkommen, aber weniger
entscheidend. Ich bin der Ansicht, dass man Aufwertungsgewinne angesichts der tiefen Zinsen nicht
überbewerten sollte. Im Quervergleich können wir sagen, dass der finanzielle Ertrag der Impact Immobilien AG mit anderen Immobilienmarktanlagen absolut standhält. Die fehlende Börsenkotierung hat zudem
den angenehmen Nebeneffekt, dass die Aktien fast auf dem Netto-Vermögenswert handeln und keine
oder sehr kleine Agios bezahlt werden müssen. Bei börsenkotierten Immobilienanlagen liegen die Agios
deutlich höher, aktuell teilweise bei 30% und mehr.

Wie passt die Impact Immobilen AG in den Portfoliokontext der Stiftung?

Siegfried Breitling: Wir führen die Impact Immobilien AG in der Immobilienquote. Das Anlagereglement
ermöglicht der Stiftung, auch Investitionen in nicht kotierte Anlagen zu tätigen. Wir erachten solche
Anlagen als wichtige und stabilisierende Ergänzung eines ansonsten börsenkotierten Portfolios. Die Stabilität ergibt sich aus der geringeren Schwankungsbreite im Vergleich zu börsenkotierten Anlagen. Private
Anlagen sind deshalb eine gute Beimischung im Portfoliokontext. Gemeinnützige Stiftungen sind aufgrund
ihrer langfristigen Ausrichtung, der guten Planbarkeit und ihrem langen Anlagehorizont ideale Kandidaten
für Impact Investitionen, die eine langfristige Perspektive voraussetzen. Die regelmässige Ausschüttung
von Erträgen ist ein weiterer wichtiger Faktor, da er zur Finanzierung der Vergabungen beiträgt. Wir stehen deshalb Investitionen wie derjenigen in die Impact Immobilien AG sehr positiv gegenüber.

 

 

Impact Immobilien

Von Impact Immobilien am 10. August 2021

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